Einstufung

Einstufung

In den Entgeltgruppen TVL-E 12, TVL-E 13, TVL-E 14 und TVL-E 15 gibt es jeweils 5 Erfahrungsstufen. Ohne Erfahrung bleibt man ein Jahr in Stufe 1, das zweite und dritte Jahr in Stufe 2, das vierte bis sechste Jahr in Stufe 3, das siebente bis zehnte Jahr in Stufe 4 und danach immer in Stufe 5.

Laut Tarivverhandlungsergebnis vom März 2017 kommt im Oktober 2018 nach insgesamt fünfzehn Jahren eine sechste Stufe hinzu!

Erfahrung sammelt man immer nur in der eigenen Entgeltgruppe. Man nimmt diese Erfahrung nicht mit in die nächste Entgeltgruppe, dort fängt man vorne an. Wer aber in einem laufenden Arbeitsvertrag höhergruppiert wird, muss anschließend mindestens gut 50 € brutto im Monat mehr verdienen als vorher. Deshalb kommt man z. B. von 13,2 in die 14,1 oder von 14,3 in 15,2. Von 13,4 kann man aber nicht in die 14,3 kommen, da der Abstand zu gering ist, dann kommt man in die 14,4.

Die Erfahrungsstufen sollen aber auch die Treue zum Arbeitgeber belohnen. In der Wissenschaft soll aber die Mobilität gefördert werden. Deshalb gilt von Anfang an im Wissenschaftlichen Dienst: Die Erfahrungszeit geht für Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen nie verloren!

Ausnahme: Wer etwa bei einer Neueinstellung in die TVL-E 14 eingestellt wird, fängt in der Erfahrungsstufe 1 an, auch wenn zuvor mehr als zehn Jahre Tätigkeit in der Wissenschaft nachgewiesen werden. Diese Person könnte also vorher in der TVL-E 13,5 gewesen sein und käme in die TVL-E 14,1. Das würde ein Minus vom mehr als 1200,00 € brutto monatlich bedeuten! Hier muss vor Unterschrift unter den Arbeitsvertrag unbedingt verhandelt werden., damit es keine finanziellen Einbußen gibt.

Für die Einstufung gilt, dass manche Erfahrungszeiten anerkannt werden müssen, andere anerkannt werden können. Deshalb müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrages insbesondere über das verständigen, was anerkannt werden kann, ob das auch wirklich geschieht. Sollten Sie nicht einverstanden sein mit dem, was Ihnen an Erfahrungszeit nicht anerkannt wurde, obwohl es möglich wäre, dürfen Sie den Arbeitsvertrag nicht unterschreiben. Sobald der Arbeitsvertrag unterschrieben wurde, können nur noch offensichtliche Fehler bereinigt werden. Das gilt auch, wenn Sie für die neue Stelle eine aufgeben, auf der Sie mehr verdient haben. Dann müssen Sie vor Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag mit dem neuen Arbeitgeber darüber reden, ob er Ihnen mindestens das vorherige Monatsentgelt garantiert. Es ist ein vorzeitiger Stufenaufstieg möglich (wann findet der nächste dann statt?), es ist eine monatliche Zulage möglich.  Wenn der Arbeitgeber dazu nicht bereit ist, müssen Sie überlegen, ob Sie dann wirklich wechseln wollen. Vielleicht legt der neue Arbeitgeber dann ja doch noch etwas auf sein Angebot drauf. Das ist dann Ihre eigene Angelegenheit, dies zu Ihrer Zufriedenheit zu regeln.