Qualifikationsstellen (Promotion/Habilitation)

Es gibt Qualifizierungsstellen und Qualifizierungen auf anderen Stellen bzw. ohne eine solche.

Was hier für die Promovierenden aufgeführt ist, gilt zum großen Teil auch für die Sich-Habilitierenden, für die aber eine Vollzeitbeschäftigung vorgesehen ist.

Ob eine Beschäftigung mit einem Promotionsvertrag (Ziel Promotion) oder auf einer Drittmittelstelle besser ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Das ist von Fakultät zu Fakultät, von Fach zu Fach sehr unterschiedlich.

Wie lange eine Promotion dauert, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Abgesehen von der Medizin gelingt das jedoch selten schneller als in drei Jahren. In der Philosophischen Fakultät dauert es i. d. R. länger, am längsten immer noch in den Philologien. Abhängig ist die Dauer aber auch von der Finanzierung bzw. davon, wieviel Zeit für die Dissertation zur Verfügung steht.

Col 1 Col 2 Col 3
Rechtliche bzw. soziale Lage
Finanzierung
Besonderheiten
Arbeitsvertrag mit Ziel Promotion Landesstelle, einer Professur zugeordnet
In der Regel Teilzeit (halbe Stelle, 65%, 3/4), selten Vollzeit.
Die Lehrverpflichtung beträgt bei Vollzeit 4 LVS pro Semester, bei Teilzeit den entsprechenden Anteil.
Etwa die Hälfte der bezahlten Zeit sollte für die eigene Arbeit an der Diss. zur Verfügung stehen (Begründung: Lehrverpflichtung von 9 auf 4 LVS reduziert; Forschungsarbeit für den Lehrstuhl sollte im selben Maße reduziert sein.)
Somit Arbeitszeitanteile: ca. 50 % eigene Diss; ca. 20 % Lehre (ist immer viel aufwendiger); ca. 20 % Tätigkeiten für den Lehrstuhl (Forschung und akademische Selbstverwaltung); ca. 10 % für allg. Verwaltung (Arbeitsbesprechungen; Selbstorganisation etc.)
Befristet in der Regel nach § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG: maximal sechs Jahre (+Ausnahmen)
Arbeitsvertrag mit Promotionsgelegenheit
Meist Drittmittelverträge
In der Regel Teilzeit (wie oben)
Keine Lehrverpflichtung.
Ausschließlich Arbeiten in dem Drittmittelprojekt. Damit sich die Anstellung nicht nur finanziell lohnt, sollte möglichst viel für die Arbeit an der eigenen Dissertation  nutzbar sein.
Befristet meist nach § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG (max. 6 Jahre), seltener entsprechend der LAufzeit der Drittmittel nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG
Arbeitsvertrag ohne Erwähnung der Promotion
z. B. HSP-Stellen
In der Regel Teilzeit (wie oben)
Häufig "mit überwiegender Tätigkeit in der Lehre", d. h. 16 LVS bei Vollzeit, sonst anteilig.
Ausschließlich Arbeiten entsprechend der Tätigkeitsdarstellung (beim PRW erfragen).
Befristet meist nach § 2 Abs. 1 Satz 1 WissZeitVG (da hiernach jede Tätigkeit in der Wissenschaft  vor der Promotion für max. 6 Jahre befristet werden kann, ohne einen Sachgrund nennen zu müssen.
 Stipendium Land; Stiftung etc.
Keine Arbeitszeit festgelegt; keine "Arbeits"leistung notwendig; kein Arbeitgeber!
Laufzeit und Bedingungen werden vom Geldgeber festgelegt.
Es dürfen keine Anwesenheitszeiten, keine Urlaubszeiten etc. von seiten der CAU festgelegt werden! Ansonsten Anfrage an www.clearingstelle.de richten!
Gestattungsvertrag nötig, in dem der Zugang zum Institut, die Nutzung der Ressourcen etc. geregelt sind.
 Wissenschaftliche Hilfskraft mit MA
Vertrag als WHK
Max. knapp unter einer halben Stelle (also ca. 83 Stunden/Monat).
Wissenschaftliche Hilfsarbeiten in direkter Anleitung von einer Person aus dem Wissenschaftsbereich: Wissenschaftlichkeit muss im Vordergrund stehen, es darf nicht die Verwaltung oder der IT-Bereich überwiegen. Ansonsten ist nachträglich (halbes Jahr rückwirkend) Einklagen auf Bezahlung nach Tarifvertrag möglich (Bundesarbeitsgericht 20. 9. 1995: 7 AZR 78/95). Unbedingt vorher juristisch beraten lassen!
 extern, "frei"
Finanzierung durch Jobben außerhalb der Uni
Keinerlei Verpflichtung gegenüber der Professur, dem Institut etc.
Eine Einschreibung als Studierende bzw. Studierender sollte erfolgen.